08282014

Berlin – Zentrum jüdischen Lebens in Deutschland

Berlin hat viel mehr zu bieten als Sehenswürdigkeiten wie das Brandenburger Tor und den Reichstag. Wer sich für jüdisches Leben in Deutschland interessiert, findet eine Reihe von Museen und historischen Gebäuden, die die Geschichte des Judentums anschaulich machen. Aber auch das moderne jüdische Leben ist in Berlin präsenter als je zuvor. Jewish Voice from Germany zeigt die Plätze, die man gesehen haben muss.

 

Die Geschichte Berlins ist eng mit der Geschichte der jüdischen Gemeinde verknüpft. Der Beginn war ein Erlass des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm I., der am 21. Mai 1671 anordnete, 50 wohlhabende jüdische Familien, die zuvor aus Wien vertrieben worden waren, in Berlin anzusiedeln.

Das neue Netzwerk

Heute ist Berlin der Ort in Deutschland, an dem die neuen Entwicklungen jüdischen Lebens am deutlichsten sichtbar sind. Die deutsche Hauptstadt ist aber auch die Großstadt, die wie keine andere für die Verbrechen am jüdischen Volk steht. Vor der Machtergreifung der Nazis vor 80 Jahren, am 30. Januar 1933, lebten mehr als 160.000 Juden in Berlin. Heute wird die Stadt als Ort jüdischen Lebens zunehmend wieder angenommen und die Fäden jüdischer Geschichte und Kultur werden zu einem neuen Netzwerk verwoben.

Die ständige Ausstellung „Topographie des Terrors – Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt“ auf dem ehemaligen Prinz-Albrecht Gelände an der Wilhelmstraße

Haus der Wannsee Konferenz

Den Orten, die an die Zerstörung ehemals blühenden jüdischen Lebens erinnern – wie die Gedenkstätte „Haus der Wannsee Konferenz“, wo am 20. Januar 1942 die organisierte Ermordung der europäischen Juden besiegelt wurde, die Erinnerungsstätte „Gleis 17“ am S-Bahnhof Grunewald, das Denkmal an der Großen Hamburger Straße, das am 10. Mai 2005 feierlich eröffnete Mahnmal wie auch die Ausstellung „Topographie des Terrors“ – stehen Zeugnisse jüdischen Lebens in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gegenüber.

Einrichtungen wie die „Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum“ in der Oranienburger Straße, die Synagoge in der Rykestraße, das Ephraim-Palais, die jüdischen Friedhöfe in Mitte und Weißensee, das Gemeindehaus in der Fasanenstraße, die zehn Synagogen und mehrere kleinere Beträume, die es wieder in Berlin gibt, tragen zu einem prosperierenden jüdischen Leben bei.

Zu erwähnen sind ebenfalls die jüdische Volkshochschule, karitative und kulturelle Einrichtungen, die Heinz Galinski-Grundschule und die jüdische Oberschule in der Großen Hamburger Straße, das „Jüdische Museum Berlin“ in der Kreuzberger Lindenstraße, die israelische Botschaft in Berlin-Wilmersdorf und die Jüdische Hochschule „Touro College Berlin“, die sich in Charlottenburg befindet.

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