02192017

The Prime Minister and theTerrorist

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Right now, Israel needs a statesman like Menachem Begin and Palestine needs an Anwar Sadat.

Begin was the commander of the Irgun. The underground Nationalist Army Organization fought for an independent Jewish state across the entire territory of Palestine. Among other acts, the Irgun were responsible for the bombing of the King David Hotel in Jerusalem in which Arab and Jewish civilians as well as British soldiers died. The British persecuted Begin, the “terrorist”.

Sadat was an Egyptian nationalist and officer. As a young man he had conspired with Nazi spies against his own government and its British allies. He was arrested and imprisoned as a conspirator. As Egyptian president, Sadat launched the Yom Kippur War of 1973 against Zion. Four years later, however, he took the initiative and paid a visit to Israel. Later, Begin and Sadat agreed the terms of the Egypt-Israel Peace Treaty in Camp David, a treaty which remains in force today. As part of the deal for peace, Israel left the occupied Sinai Peninsula. Sadat and Begin were honored with the Nobel Peace prize in 1978.

Gaza’s Islamist Hamas is as fanatic and inflexible as its mentor the Muslim Brotherhood in Egypt. Their aim is to destroy the Jewish state. They refuse to accept a peaceful solution with Israel. Palestinian President Abbas is too old, too weak, and has too little standing to convince his compatriots to cease viewing Israel as part of Palestine. A tougher and more courageous personality will be required for this. The man for the job is sitting in an Israeli prison: Marwan Barghouti.

The French considered Ahmed Ben Bella to be the chief Algerian terrorist. They nevertheless had to deal with him during the move to independence in 1962. The Israelis will have to talk to Palestinians of Barghouti’s ilk if they are to secure peace. Barghouti is a convicted murderer, but he is neither religiously nor ideologically dogmatic. He is a political realist. Only a person with a biography like his can win the kind of popular Palestinian support required to relinquish certain claims, a pre-condition for any compromise. For example, the Palestinians will have to give up claims to land behind the Israeli armistice line confirmed in 1949 and the entire Jewish sector of Jerusalem’s Old City. They will also have to de-facto renounce the right of return for the great majority of Palestinian refugees and agree to an extensive demilitarization of the Palestinian territories. Israel for its part will have to give up most of its settlements in the occupied territories as they already did in Sinai. Any conceivable compromise will result in both sides being unhappy. That is why the process needs strong charismatic leaders who are convinced of the need to agree, yet simultaneously possess the power to force acceptance of an agreement within their own nations.

Israel’s Prime Minister Benjamin Netanyahu and PLO-figure Marwan Barghouti could be these men. But even if they succeed – as Israel’s founder David Ben-Gurion once said, anyone who doesn’t believe in miracles is not a realist – this will not automatically lead to a completely peaceful Middle East. But at least the adherents of realpolitik will have presented a successful pilot project and profit from the dividends of conflict resolution. The radicals and hawks on the other hand will lose the Palestinian cause as an excuse for violence and war.

Israel and Palestine need to use the current window of opportunity afforded by Iran and Hezbollah’s involvement in the civil war in neighboring Syria and the dwindling support for Hamas from Tehran and Egypt’s Muslim Brotherhood to finally end the permanent state of confrontation and seek a compromise. This peace will not be amicable, the wounds must first heal and scar. But even a cold peace can develop a dynamic of its own over time. The killing will stop, normality and prosperity will return to Palestine and Israel. Peace is urgently needed as the merciless war with weapons of mass destruction in Syria shows. A large stake of political capital and risk will need to be invested if we are to reap the dividends of peace.

Benjamin Netanyahu sees Menachem Begin as his political role model. He should have the courage to follow his example and take risks and give up land in order to secure the peace. Barghouti should act like a patriot and follow the examples of Sadat and Ben Bella.

Netanjahu und Barghuthi könnten Frieden schließen

Israel braucht heute einen Staatsmann wie Menachem Begin und Palästina einen wie Anwar al-Sadat.

1978 vereinbarten Begin und Sadat in Camp David den ägyptisch-israelischen Friedensvertrag, der bis heute Gültigkeit besitzt. Im Gegenzug für den Frieden räumte Israel die besetzte ägyptische Sinai-Halbinsel. Die israelischen Siedlungen wurden aufgegeben. Begin und Sadat wurden dafür mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

Beide begannen ihre Karrieren nicht als Staatsmänner. Begin war Kommandeur der Irgun. Die „Nationale Militärorganisation“ wollte mit Waffengewalt die Unabhängigkeit des jüdischen Staates erzwingen. Die Irgun war unter anderem für die Sprengung des King David-Hotels in Jerusalem verantwortlich, wo auch der britische Generalstab untergebracht war. Bei dem Anschlag kamen neben britischen Soldaten auch arabische und jüdische Zivilisten um. Die britische Mandatsmacht fahndete nach dem „Terroristen“ Begin.

Als junger Offizier konspirierte Sadat mit Spionen Nazi-Deutschlands gegen die eigene Regierung und ihre britischen Verbündeten. Er wurde als Verschwörer verurteilt. 1973 befahl Präsident Sadat im Oktoberkrieg den Angriff auf Israel. Vier Jahre später aber ergriff Sadat die Initiative und besuchte auf Einladung Begins Jerusalem. Nach Terror und Krieg begriffen beide, dass ihre Völker keine Alternative zum Frieden besaßen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat bereits 2009 prinzipiell einen Staat Palästina an der Seite seines Landes gut geheißen. Dazu braucht Zion einen Partner, der Israels Sicherheit garantiert und friedliche Beziehungen mit Jerusalem pflegt.

Die islamistische Hamas im Gazastreifen ist so unflexibel wie ihre Mentoren, die Moslembrüder in Ägypten. Hamas verweigert dem jüdischen Staat eine Existenzberechtigung, geschweige einen friedlichen Ausgleich. PLO-Präsident Abbas wiederum ist zu alt, zu schwach, zu mutlos und besitzt zu wenig Prestige, um einen Kompromissfrieden mit Israel bei seinen Landsleuten durchzusetzen, bei dem die Palästinenser von ihren Positionen abrücken müssten. Da braucht es einen härteren, wagemutigen Politiker. Diesen gibt es: Marwan Barghuthi. Wegen Mordes verurteilt, sitzt er in einem israelischen Gefängnis.

Um Aussicht auf einen stabilen Frieden zu haben, werden sich die Israelis mit einem Palästinenser vom Schlage Barghuthis einigen müssen. Barghuthi ist weder ein religiöser noch ein ideologischer Dogmatiker. Er ist ein politischer Realist. Nur eine Persönlichkeit mit seiner Biografie besäße den nötigen Rückhalt bei der palästinensischen Bevölkerung, um die notwendigen Verzichtsmaßnahmen durchzusetzen, die Voraussetzungen für einen Kompromiss sind. Beispielsweise die Aufgabe des Gebietes von Israel in den Grenzen von 1967, ein weitgehender Verzicht auf das Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge, die Demilitarisierung der Palästinensergebiete, der Verzicht auf den jüdischen Teil der Altstadt Jerusalems samt der Klagemauer.

Israel wiederum wird die meisten seiner Siedlungen in den besetzten Gebieten aufgeben müssen – wie bereits im Sinai und im Gazastreifen geschehen.

Ein stabiler Kompromiss bedeutet, dass beide Seiten unzufrieden sind, weil sie von ihren Maximalforderungen, die sie als legal empfinden, abgerückt sind. Daher braucht es Führungspersönlichkeiten, die von der Notwendigkeit der Einigung überzeugt sind und die Macht und Entschlossenheit besitzen, die Vereinbarung kraftvoll in ihren Nationen durchzusetzen. Benjamin Netanjahu und Marwan Barghuthi könnten diese Männer sein. Wenn sie wunderbarer Weise Erfolg haben sollten – wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist, wusste Israels Staatsgründer David Ben-Gurion – wird keineswegs Frieden in Nahost einkehren. Doch immerhin würde den Friedensbereiten ein gelungenes Modell einer Konfliktlösung demons-triert. Zudem würden die Radikalen die ungelöste Palästina-Frage als Alibi für Gewalt und Krieg verlieren.

Israel und Palästina müssen das Zeitfenster des nachlassenden externen Drucks nutzen. Es öffnete sich aufgrund der Verstrickung Irans und der Hizbollah im syrischen Bürgerkrieg sowie der nachlassenden Hilfe Teherans und der ägyptischen Moslembrüder für die radikale Hamas. Jetzt gilt es rasch den permanenten Kriegszustand zu beenden und eine Einigung zu erzielen. Dieser Friede wird nicht warm sein, es dauert, bis die Wunden vernarbt sind. Doch selbst ein kalter Friede entfaltet mit der Zeit eine Eigendynamik. Das Töten wird aufhören, Normalität und Wohlstand werden in Palästina einkehren und in Israel zunehmen. Für diese Friedensdividende muss jetzt politisches Risikokapital investiert werden.

Menachem Begin ist ein politisches Vorbild Benjamin Netanjahus. Der Premier sollte den Mut haben, dessen Beispiel zu folgen und Risiken für den Frieden eingehen.

Photo Credit: Credits: Noam Rosenthal, Clean3

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